"Ich will dir folgen, wohin du gehst.“

Passionsandacht von Vikar Jonas Zanke, Pfarrbereich Gößnitz

Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.

Lukas 9, 57-58

„Ich will dir folgen, wohin du gehst.“ Wer kann heute noch so etwas sagen? Wer jemandem folgt, egal wohin es geht, der denkt anscheinend selbst nicht nach. Der macht es sich leicht. Doch leicht scheint es in diesem Fall nicht gewesen zu sein. Und auf diesen Satz wird auch nicht enthusiastisch reagiert, sondern Jesus spricht über den Ernst der Nachfolge. Füchse und Vögel haben es besser als er. So könnte es verstanden werden. Sie haben wenigstens Gruben und Nester. Und er: nichts.

„Ich will dir folgen, wohin du gehst.“ Die Entscheidung ist getroffen. Doch hält sie auch stand? Jesus verdeutlicht mit seinem Verweis auf das Tierreich, worum es bei diesem Entschluss geht. Nachfolge kann unbequem sein. Er selbst kann nicht einmal seinen Kopf  ablegen.

„Weißt du, worauf du dich da einlässt?“ scheint er zu fragen.

Aber es sind keine Widerworte zu vernehmen. Egal wohin es geht und mit welchen Mühen dieser Weg verbunden ist.  Auf etwas verzichten zu müssen – gewollt oder ungewollt – kann eine große Herausforderung sein. Jesus weiß das, sonst würde er es den Menschen, die seine Anhänger sein wollen, nicht noch einmal so deutlich sagen.

In dieser Passionszeit müssen wir sehr viel entbehren und dieses Jahr wissen wir nicht, ob wir zu Ostern schon damit aufhören können. Einiges ist noch unklar und viele Menschen fragen sich, wie es weitergeht. Bis wir die Antworten erfahren, wird es dauern. Währenddessen verabschiedet sich langsam der Winter. Es grünt und blüht, die Insekten und Tiere kommen hervor. Die Füchse schaffen sich Gruben und die Vögel bauen Nester. Wenn die Letzteren Zweige und Futter sammeln, ihre Melodien pfeifen, dann kann sich schon ein bisschen Neid regen angesichts dieser Idylle.

Doch lassen wir uns nicht verunsichern. Auch wenn wir einmal nicht wissen, wohin unser Weg uns führt und wie lang wir ihn gehen müssen. Wir haben jemanden an unserer Seite, der weiß, dass es schwierig sein kann. Ihm haben auch wir gesagt: „Ich will dir folgen, wohin du gehst.“

Amen

 

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