Es ist wieder Sonntag… ...Zeit für Gedanken über Gott und die Welt

Andacht von Pfarrer Felix Kalder zum 6. Sonntag nach Trinitatis

Das Mittagsläuten der Kirchenglocken teilt seit Jahrhunderten den Tag akustisch in zwei Hälften. Es ist ein besonderer Moment: Ihr Klang markiert den geheimnisvollen Zwischenraum – zwischen dem, was war und dem, was kommt. Auf der Höhe des Tages rufen sie zur Unterbrechung. Manches ist am Mittag schon geschafft, vieles noch offen. Manche Tage scheinen endlos lang, andere vergehen wie im Flug. So oder so: Wenn die Glocken läuten ist es Zeit, einmal kurz durchzuatmen, bevor es weiter geht.

Halt einmal wirklich an – auch mit den Gedanken! Zieh nicht gleich wieder Bilanz über Vergangenes: Was ist heute schon geschafft, was misslungen, wo stehe ich in meinem Pensum? Plane nicht schon wieder Zukünftiges: Was will bis zum Abend noch alles erledigt sein? Jetzt ist Gegenwart. Sei wenigsten für ein paar Augenblicke ganz da – hier und jetzt – wenigstens so lange die Glocken läuten. Nimm einmal bewusst den Boden unter deinen Füßen wahr, lausche einen Moment lang deinem Atmen, spüre dich selbst. Und dann: Öffne dich für den, der dein Leben trägt. Meister Eckhard sagt:

„Der gegenwärtige Augenblick ist das Fenster, durch das Gott in dein Leben schaut.“

Lass dich einfach ansehen. Du musst jetzt nichts tun. Sei einfach da – das ist genug. In Gottes Gegenwart findest du innere Ruhe. Sein liebevoller Blick dringt tief. Ein Stück Ewigkeit leuchtet in dein Leben. Du ahnst, wer du in seinen Augen bist und wer du für deine Mitmenschen sein könntest. Solche Gegenwartsmomente geben dem Leben Weite und Tiefe. Nimm dir Zeit für die Gegenwart, wenigstens einmal am Tag, ganz bewusst. Die Glocken erinnern dich daran, wenn sie am Mittag läuten – auf der Schwelle zwischen dem, was war und dem, was kommt. Die Unterbrechung wird dir gut tun.

Christus, du kennst mich, du kennst die Bewegung meines Herzens und siehst bis auf den Grund meiner Seele. Sei mir ganz nah. Mach mich zu einem Menschen, in dem der Himmel die Erde berührt. (Hanna Hümmer)

Herzliche Grüße und Gottes Segen!
Felix Kalder

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