HERR, du hast mich erforscht und kennst mich

Andacht von Pfarrerin Heike Schneider-Krosse, Ehrenhain

HERR, du hast mich erforscht und kennst mich. 2 Ob ich sitze oder stehe, du kennst es. Du durchschaust meine Gedanken von fern. 3 Ob ich gehe oder ruhe, du hast es gemessen. Du bist vertraut mit all meinen Wegen. 4 Ja, noch nicht ist das Wort auf meiner Zunge, siehe, HERR, da hast du es schon völlig erkannt. 5 Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen, hast auf mich deine Hand gelegt. 6 Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, zu hoch, ich kann es nicht begreifen. Psalm 139; 1-6

Liebe Leserinnen und Leser,

diese Zeilen aus dem Psalm 139 spiegeln für mich Wunsch und Wirklichkeit zugleich. Und das gerade in diesen Zeiten, wo unsere gewohnten Wege nicht mehr selbstverständlich sind, wo unsere Gedanken sich nur noch im Kreise drehen, wo Lebenswirklichkeit für viele schier unwirklich geworden ist. Nicht nur Christen fragen in diesen Tagen wo wir noch Halt finden, Zuversicht schöpfen, Kraft tanken  können. Dahinter verbirgt sich für mich letztlich die Frage nach Gott. Für den Psalmbeter ist und bleibt es unbestritten: Gott ist da, ganz bei dir, nahe und doch nicht zu (be-)greifen. Eine Geschichte macht dies wunderbar deutlich:

Ein Schüler fragt seinen Meister: „Wie kann ich erfahren, dass Gott hier ist. Wie kann ich sicher sein, dass er mich nicht verlassen hat?“

Wortlos dreht sich der Meister um, füllt in ein weites Gefäß eine gute Prise Salz und bittet nach einer Weile: „Nun hol mir das Salz, das ich hier hineingetan habe wieder heraus.“ Verständlicherweise war dies dem Schüler nicht möglich, denn es hatte sich bereits aufgelöst.

„Nun, so koste vom Wasser am Rand der Schüssel, wie schmeckt es?“ „Salzig“, entgegnete der Schüler. „Probiere  nun aus der Mitte, wie schmeckt es?“

„Meister, es ist salzig, wie der andere Schluck zuvor“. „Und nun probiere einen Schluck vom Grund.“ Der Schüler tat wie ihm gesagt und es war, Sie werden es nicht glauben,  salzig.

„Verstehst du nun“,  sagte der Meister, „ so wie mit dem Salz verhält es sich mit Gott in unserem Leben: unsichtbar und doch überall.“

Eine alte Geschichte aus der jüdischen Kultur, die mir in einem banalen Vergleich die wunderbare und wohltuende Wirklichkeit Gottes vor Augen hält, eine Wirklichkeit, die den Psalmbeter diese Worte niederschreiben ließ. Worte, die uns auch heute noch immer wieder Mut machen wollen, auch und gerade in schwierigen Zeiten. Die uns in allen Wirren und Unabwägbarkeiten zeigen, dass wir IHN an unserer Seite haben. Das Er erfahrbar und spürbar ist heute und hier. In den Krankenhäusern, wo Menschen bis zum Rande der Erschöpfung für andere da sind, in den Pflegeheimen und medizinischen Einrichtungen, wo Menschen  versuchen Hilfe, Wärme und Geborgenheit  weiterzugeben, in den Dörfern und Städten, wo man bei aller notwendigen räumlichen Distanz einander wahrnimmt und unterstützt. Und er ist spürbar in den Händen, die sich zum  Gebt falten für uns alle.  Das alles zeigt mir: er ist mitten unter uns.

Bleiben Sie behütet und gesund

H. Schneider- Krosse

 

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