Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Bericht der Superintendentin auf der 12. Tagung der 5. Kreissynode Altenburger Land am 12. Juni 2018

Kirche 2030. Zum Abendkonvent am 30. Mai 2018 hatte Propst Kamm unter diesem Titel zu uns gesprochen. Die Kirche der Zukunft. Wie wird sie sein? Es gibt keine festgelegten Konzepte dafür, so Propst Kamm, weil sie an jedem Ort auf ihre Weise lebt und webt.

Natürlich: keiner kann sagen, was in 12 Jahren ist und wie es in unserem Kirchenkreis dann aussieht. Wer schaut einem anderen schon ins Herz und in die Schatzkiste seiner Hoffnung? Ich kann auch nicht sagen: so und so wird es in eurem Ort sein, weil ich nicht abschätzen kann, was passiert, wenn ihr auf Gottes Wort hört, betet und euch um eure Kranken kümmert. Keiner kann sagen, was 2030 ist. Aber wir können sagen, was jetzt ist:

 

1. Die Zukunft der Kirche begründet sich in Jesus Christus. Nicht in den Zahlen, die uns vorliegen und Sorgen machen. Sie begründet sich nicht in den Statistiken, die sagen, was gewesen ist, sondern in dem, der war ist und kommen wird: in Jesus Christus. Kirche wurde nicht mit Pfarrämtern gegründet und sie wird mit ihnen auch nicht hinfallen. Sie hängt nicht an Pfarrstellen, sondern an unserer Sehnsucht, den Himmel für alle offen zu halten. Die Zukunft der Kirche hängt an unserem Gebet. An unserem Reden von dem, was uns trägt im Leben wie im Sterben und sie offenbart sich auch in unserem Hingehen zu denen, die krank sind und schwach. Sie ist insofern immer missionarisch, diakonisch und konkret erlebbar vor Ort. Die Kirche der Zukunft beginnt im Hier und Jetzt unseres Glaubens und richtet sich aus auf die, die da sind. Sie ist insofern kein Selbstzweck.

Bei der Einweihung des Familienzentrums in Gieba Mitte Mai ist das auf wunderbare Weise sichtbar geworden. Der Ausschuss für kirchliches Leben hatte dieses Projekt erkundet. Der Kirchenkreis hat es gefördert. Kirche ist kein Selbstzweck. In Gieba haben Christen ein Haus gebaut für alle Menschen im Ort und sie kommen. Dieses Kommen ist der Segen, um den wir immer nur bitten können.
ie Ehrenamtlichen in Gieba sagen: wir wollen Herberge für unsere Nächsten sein und die Zeiten sind vorbei, wo wir auf den Pfarrer warten, um zu beten.
 

2. Die Kirche gründet sich in Jesus Christus und sie nimmt deshalb die Welt in den Blick. Sie nimmt die Zahlen in den Blick und die Gaben der Einzelnen vor Ort.

Als ich mich in diesem Kirchenkreis beworben habe, sind Sie und auch ich davon ausgegangen, dass der Kirchenkreis sich konsolidiert hat. Stellenausschreibungen für Flemmingen und Ponitz mit Blick auf die Kantorenstelle wurden zur Ausschreibung gebracht. Ausschreibungen, die wir so gar nicht halten können. Der Kirchenkreis liegt mit seiner Anzahl von Mitarbeitern im kommenden Jahr mit fast 2 VBE über dem, was er sich leisten kann. Die Rücklagen, um dies auszugleichen, reichen ein Jahr.

Der Kreiskirchenrat hat mit Blick auf die jetzt bekanntgewordenen Zahlen auf seiner Sitzung im Juni beschlossen, seinen Beschluss über die Ausschreibung der Pfarrstelle Flemmingen vom 17. November 2017 zu widerrufen und einen Antrag auf zweite Ausschreibung der Pfarrstelle seitens der KG Flemmingen nicht stattzugeben. Eine erste Ausschreibung erbrachte keine Bewerber. Die Stelle bleibt damit vakant.

Leider hat der Strukturausschuss in den letzten Jahren dazu nicht getagt. So wurden Ausschreibungen vorangetrieben, die nun im anvisierten Umfang gar nicht mehr finanzierbar sind. Wie weiter? Schmerzliche Einschnitte stehen bevor.

Aus diesem Grund hat der KKR auf seiner Sitzung am 11. Juni auch beschlossen, die Kantorenstelle in Ponitz-Gößnitz nur noch mit einem Gesamtumfang von 75% auszuschreiben, darin enthalten sind 10% für den Kirchenkreisanteil und 15% für die Region Nobitz-Ehrenhain. Wir wollen die Arbeit mit den Ehrenamtlichen, gerade im Bereich der Musik, fördern. Kirche lebt davon, dass sie Menschen erreicht, indem sie sie mit ihren Gaben und Talenten einbindet, sei es nun Gebet oder Gesang.

Woran wir auf keinen Fall sparen wollen ist der Ehrenamtsstellenplan, weil es wichtig und richtig ist, Geld bereit zu stellen, damit wir Sie in ihrem Ehrenamt begleiten, weiterbilden und unterstützen können. Woran wir auch nicht sparen wollen ist die Pfarramtszulage, weil es wichtig ist, dass Pfarrer eine Hilfe haben für Büroverwaltung und Zeit haben für die Menschen, zu denen sie gesandt sind.

 

3. Kirche lebt von uns. Von einem jeden Einzelnen, auch von unserer Offenheit mit den neuen Gegebenheiten umzugehen.

Der Kirchenkreis wird in Zukunft viel stärker Aufgaben forcieren und übernehmen, die der Unterstützung und Begleitung des ehrenamtlichen Engagements gilt. Auf Informationstagen für Küster und Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit haben wir Dank der Ausschüsse sehr gut besuchte Veranstaltungen anbieten können und mit Blick auf das Modell Gottesdienst in 99 Kirchen im Ausschuss für kirchliches Leben ein erstes Initiatorentreffen veranstaltet, das Ehrenamtliche einbindet mit ihren Gaben und Themen. Mehr dazu wird Ihnen der Ausschuss für kirchliches Leben erzählen, eine Beschlussvorlage werden wir heute dazu auch besprechen.

Für das gottesdienstliche Leben vor Ort hat der KKR auf seiner Junisitzung auch beschlossen, die ab dem 1. Advent 2018 gültigen Lektionare und neuen Perikopenbücher für alle Kirchen und Mitarbeiter im haupt- und ehrenamtlichen Verkündigungsdienst anzuschaffen, kostenfrei für die Gemeinden.

Auf seiner Juni-Sitzung hat der KKR auch die Anschaffung eines E-Autos beschlossen. Unter Superintendent Wegner hatte der KK bereits an einer Machbarkeitsstudie teilgenommen. Der KK hat sich mit Blick auf die Ausweitung der Arbeit des Familienzentrums in den ländlichen Raum hinein dafür entschieden, dem Ev. Familienzentrum Altenburg ein Auto zur Verfügung zu stellen und zugleich ein Zeichen zu setzen für die Bewahrung der Schöpfung.

 

4. Kirche teilt ihre Güter und geht mit dem, was sie liebt, hinaus vor die Tür. Sie ist missionarisch und diakonisch. Sie lädt ein, dabei zu sein, einen jeden nach seinen Möglichkeiten.

Bei der Eröffnung des Backofens in Nöbdenitz, einem Projekt von Kirchengemeinde und Kommune ist dies deutlich geworden, auch am Zusammenwirken von politischer und Kirchengemeinde in Nischwitz mit Blick auf ihr Gemeindezentrum. Der KK fördert diese Projekte. Er fördert ein Hinausgehen der Gemeinde über ihre Grenzen. Ein Vernetzen von Kirchengemeinden und hat dazu auf seiner Sitzung im Mai und Juni Formulare verabschiedet für Anträge an den Strukturfond, diese werden Ihnen vom Finanzausschuss im Anschluss vorgestellt. Sie dienen auch als Hilfe zur Selbstreflexion: Für wen machen wir was?

 

Ich schließe mit einer 5. und letzten These: Kirche weiß um die Nachordnung irdischer Dinge, denn sie lebt von Glaube, Hoffnung und Liebe. Die Menschen spüren es uns ab, ob wir nur auf einen Pfarrer im Ort hoffen, der alles anleitet oder ob wir uns leiten lassen von Gottes Geist, der uns in die Freiheit führt. Freiheit ist unbequem. Es ist leichter, wenn einer sagt, wie alles geht. Es ist schwer, selbst zu sagen: Das glaube ich. Das bedeutet dieses Bibelwort für mich. Aber es ist schön, wenn Sie das tun und genau dort, in diesem Reden und manchmal auch Stammeln wird Kirche geboren. Dann sind wir das, was draußen dran steht: das Priestertum aller Gläubigen. Dafür wünsche ich uns Mut und Hoffnung. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 



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