Kreissynode des Kirchenkreises Altenburger Landes tagte am 24.04.2021 in der Nikolai-Kirche in Schmölln

Am 24. April 2021 hat die 3. Tagung der 6. Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Altenburger Land in der Nikolaikirche in Schmölln stattgefunden.
Unter den gebotenen Abstands- und Hygieneregeln waren 29 von 41 stimmberechtigten Mitgliedern versammelt sowie drei Gäste anwesend.

Unter dem 1. TO wurde ein Stellenplan für die Zeit von 2022-2030 beschlossen, der den gesamten Kirchenkreis mit allen Mitarbeitern, Gemeinden und Arbeitsgebieten in den Blick nimmt. Nach einer fast dreijährigen Vorbereitungs- und Erarbeitungsphase und einem Anhörungsverfahren in allen Kirchengemeinden erfolgte in der Kreissynode die Vorstellung des Stellenplans durch die ehrenamtliche Vorsitzende Kirstin Köhler. Der Stellenplan wurde mit 25 Ja-Stimmen und 4 Nein-Stimmen angenommen.

„Wir sind dankbar und stolz, dass wir einen Stellenplan vorlegen konnten, der sozialverträglich und missionarisch zugleich ist. Damit sind die darin festgelegten (Pfarr)Stellen perspektivisch für die nächsten 8 Jahre gesichert. Und wir können den Blick auf das Wichtigste - unsere Arbeit mit den Menschen - konzentrieren", so Präses Mirko Weisser.
Es war uns wichtig, den Gemeinden vor Ort Sicherheit zu geben und weiterhin die klare Bezugsperson des zuständigen Mitarbeiters im Pfarramt zu erhalten und zugleich die nötigen Einsparungen zu vollziehen, indem wir Dienstbereiche neu aufstellen und bezogen auf den gesamten Kirchenkreis verteilen. So wird zum Beispiel die Notfallseelsorge ab 2022 durch einen Pfarrer für den ganzen Kirchenkreis abgedeckt werden können.“ So Kirstin Köhler, die den Stellenplan vorgestellt und die darin liegenden Chancen dargelegt hat.
Der Stellenplan ermöglicht, Beauftragungen für die Schulseelsorge am Christlichen Spalatin-Gymnasium Altenburg und für das Jugendpfarramt im Rahmen von jeweils 25% an Mitarbeiter zu vergeben. Neu hinzugekommen ist auch eine halbe Stelle im Bereich der Klinikseelsorge. Die Beauftragungen wurden gabenorientiert vergeben. „Es war uns wichtig, dass die speziellen Gaben der Mitarbeiter im ganzen Kirchenkreis zum Tragen kommen, daher haben wir Stellen zwar vor Ort reduzieren müssen, konnten allen Mitarbeitern aber nach wie vor in ihrem bisherigen Dienstumfang Beauftragungen für den Kirchenkreis anbieten.“ So Kristin Jahn, Superintendentin des Kirchenkreises.

In zahlreichen – von Ehrenamtlichen geleiteten Sitzungen – wurde die Beschlussvorlage für den Stellenplan erarbeitet. „Das ist ein großes Stück Arbeit und bildet noch einmal ab, wie wir uns als evangelische Kirche verstehen. Hier wird nicht von Oben durchregiert, sondern wir erarbeiten gemeinsam einen Weg und lassen die Verantwortung und das Gestaltungspotential bei denen, die Kirche tragen und möglich machen“, so Superintendentin Kristin Jahn.

 

Neu ins Leben gerufen hat der Kirchenkreis auch das Gottesdienstinstitut Ostthüringen „Liturgien fürs Leben“ als Arbeitsplattform für alle Haupt- und Ehrenamtlichen im Verkündigungsdienst. Es bietet mit einem Jahresprogramm Seminare, Werkstatttage und Fortbildungen im Bereich der Gottesdienstgestaltung und Wortverkündigung an. „Wir machen uns dort auf die Suche nach einer eigenen Sprache und dieses auf der Suche bleiben, ist in Glaubensdingen das Wichtigste! Denn das Leben verändert sich, wir durchleben Glück und Zweifel und all das in eine Sprache zu bringen, mit der wir anderen von Gott erzählen – das ist und bleibt eine unabgeschlossene Sache, das schönste Abenteuer, das es geben kann“ so Kristin Jahn, die für diesen Arbeitsbereich zuständig ist.

Mit dem Beschluss über den Stellenplan 2022-2030 vom Samstag beschreitet der Kirchenkreis auch neue Wege mit Blick auf die Ausrichtung seiner Arbeit.

Unter dem Titel Kasualagentur wird er zukünftig seine Angebote der Lebensbegleitung bei Geburt, Hochzeit, Trauung und Tod stärker für Kirchenferne bewerben. „Es handelt sich um eine Ergänzung zu dem, was in vielen Kirchengemeinden schon wunderbar läuft. Die Kasualagentur nimmt jene Menschen in den Blick, die keinen direkten Kontakt zur Kirchengemeinde vor Ort, zum Pfarrer oder Gemeindekirchenmitgliedern haben. Wir wollen die Schwellen niedrig halten und die verschiedenen Angebote im Bereich der Trauerbegleitung und Lebensbegleitung bei Geburt und Hochzeit auf unserer neu entstehenden Website präsentieren.
„Wenn Sie in den Urlaub fahren, schauen Sie sich ihre Ferienwohnung ja auch vorher schon mal an und schauen, was Sie da alles so machen könnten – genauso wollen Menschen sich gern im Vorfeld erkundigen, was alles im Rahmen einer von Pfarrern geleiteten Beerdigung, Hochzeit oder Taufe möglich wäre und was sie erwartet, wenn sie mit Mitarbeitern der Kirche nach einem würdigen Rahmen für die Feier von Leben und Tod suchen“, so Kristin Jahn.

 

Beschlossen hat der Kirchenkreis auch die Errichtung einer Entsendungsdienststelle, sodass eine Vikarin, die jetzt noch ihre Ausbildung im Pfarramt absolviert, eine Stelle vor Ort ab 2023 erhalten kann. Auch in dieser Stelle ist ein missionarisches Projekt enthalten.

„Kirche – das ist für uns eine Herberge. Hier ist Platz zum Innehalten, zum Ausruhen, Reden und Mitgestalten, für manche auf Dauer, für andere auf Zeit. Es ist der Ort, wo wir von dem erzählen, was uns trägt und was wir lieben. Ein Ort, der auch niemals fertig ist, weil er von unserem Fragen, Suchen und Mitgestalten lebt und von dem, was wir hier für andere tun.“
Unter Leitung von Präses Mirko Weisser, dem Vorsitzenden der Kreissynode – dem Leitungsgremium des Kirchenkreises – wurden am 24. April 2021 auch der Haushaltsplan für das Jahr 2021, sowie die Jahresrechnungen 2019, 2020 angenommen.

Im Beisein von Regionalbischöfin Dr. Spengler wurden auf Vorschlag des Pfarrkonvents die beiden Stellvertreter der Superintendentin gewählt: als 1. Stellvertreter Pfr. Dietmar Wiegand, der bereits 6 Jahre dieses Amt innehatte, und als 2. Stellvertreterin Pfrn. Ulrike Schulter.

 


 

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