Empfehlungen des Evangelischen Kirchenkreises Altenburger Land zu den Gottesdiensten am Weihnachtsfest 2020

Liebe Schwestern und Brüder in den Gemeindekirchenräten,
dieses Jahr ist alles anders, anders als gewünscht und gedacht. Eine Viruspandemie hat uns vor Herausforderungen und Nöte gestellt, die wir bis vor Kurzem nicht für möglich gehalten haben.

Die Fallzahlen in unserem Landkreis sind derart hoch, dass die Bundeswehr bereits zu Hilfe kommen musste, weil das Gesundheitssystem überlastet ist.

Am 13. Dezember 2020 hat die Bundesregierung mit den Landesregierungen weitreichende Einschränkungen für das öffentliche und private Leben in Deutschland getroffen. Dies geschah vor dem Hintergrund der steigenden Fallzahlen von Erkrankten durch das Corona-Virus. Die Fallzahlen sind teilweise außer Kontrolle geraten. Alle Bürger sind angehalten, Kontakte zu reduzieren und ggf. darauf zu verzichten.
Zugleich stehen wir alle in der Religionsfreiheit und Sie als Gemeindekirchenräte vor Ort damit auch in der Freiheit und Verantwortung zu entscheiden, was Sie an gottesdienstlichem Leben in den kommenden Tagen und Wochen vor Ort anbieten.

In den letzten Wochen und Monaten haben Sie mit Hochdruck daran gearbeitet, sich gute Konzepte auszudenken, wie es doch möglich werden kann, die frohe Botschaft von Jesu Geburt den Menschen zu verkünden. Sie haben sich Krippenspiele überlegt, wo Kinder sich nicht zu nahekommen, Lüftungskonzepte und Hygienekonzepte erstellt. Sie haben viel Sorge und Mühe darauf verwandt, um mit Vorsorge und Fürsorge Gottesdienste in den Kirchen oder auch im Freien zu ermöglichen. Dafür gilt Ihnen allen unser großer Dank.

Wir alle wissen, dass sich in dieser Zeit jeder nach Heil und Geborgenheit sehnt und dass für viele Menschen der Besuch des Gottesdienstes an Heilig Abend so etwas wie Heimat ist, ein Einkehren in das Heilige, in das große Wunder des Lebens.

In vielen Gemeindekirchenräten, auch im Kreis der Mitarbeiter haben Sie deshalb in den letzten Tagen intensiv diskutiert, wie es gehen kann, wie das Weihnachtsfest vor Ort gefeiert werden kann.
Mit Blick auf die sehr hohen Fallzahlen in unserem Landkreis, mit Blick auf das jetzt schon überlastete Gesundheitssystem und die möglichen Gefährdungen für alle haben wir uns im Kreiskirchenrat jedoch dazu entschlossen folgende Empfehlung auszusprechen:

1.    Wir empfehlen den Gemeindekirchenräten, die Gottesdienste bis einschließlich 10. Januar 2021 nicht als Präsenzgottesdienste (in Gebäuden und unter freiem Himmel) zu feiern, sondern andere Formate der Gottesdienstfeier zu nutzen in Form eines Podcast (Audio- und Video-Andachten), Brief, Telefon- oder Hausandacht.
Die Mitarbeiter des Kirchenkreises haben dazu in vielen Gemeinden schon viele kreative Lösungen mit Ihnen gefunden. Wir bedanken uns an dieser Stelle für alle Ideen und für Ihr Engagement!

Der Kirchenkreis wird über diese Vielfalt der digitalen Angebote aus den einzelnen Kirchengemeinden in der Tagespresse informieren. An dieser Stelle aber schon der Hinweis: Am 24. Dezember gibt es um 15 Uhr einen Gottesdienst per Video und Stadtkanal, der aus Altenburg gesendet wird. Am 27. Dezember wird um 10 Uhr ein Rundfunkgottesdienst aus der Kirche Großstechau (ohne Gemeinde) im MDR Kultur übertragen.

Die Empfehlung, von Präsenzgottesdiensten Abstand zu nehmen und andere Formen der Verkündigung zu nutzen, ergeht vor dem Hintergrund, niemanden von Gottesdiensten auszuschließen (weil die Platzkapazitäten ggf. begrenzt sind) und niemanden zu gefährden.
Sie tragen damit dazu bei, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Jeder Kontakt, der unterbleibt, hilft Ansteckungen zu vermeiden.  
 
2.    Wir ermuntern Sie in Ihren Gemeindekirchenräten, soweit es möglich ist, die Kirchen an den Fest- und Feiertagen als Orte der Einkehr und des Gebets offen zu halten, soweit ein getrennter Ein- und Ausgang ausgewiesen werden kann.
Wir empfehlen, dass sich Menschen am Heilig Abend das Licht von Bethlehem aus oder an den Kirchen abholen können, um zu Hause damit eine Andacht zu feiern.


Liebe Schwestern und Brüder,

jedem von uns fällt es schwer, auf Gottesdienste in unseren Kirchen zu verzichten. Wir alle können uns nur schwer vorstellen, diese abzusagen und wo dies einzelne Gemeindekirchenräte schon getan haben, dann nur unter großen Schmerzen.
Aber wir glauben, dass dieser Verzicht angesichts der hohen Fallzahlen sinnvoll ist.

Wir glauben an einen Gott, der uns erreicht, auch abseits, zu Hause, in der guten Stube. Wir glauben, dass Gott unsere Sehnsucht sieht, dass er uns in seinem Wort besucht, wenn wir das Evangelium lesen und singen.
Wir glauben an einen Gott, der uns sieht, auch in unserer Einsamkeit und wir sind gewiss, dass nichts uns trennen kann von der Liebe Gottes und dass diese Zeiten auch einmal wieder anders werden. Dass wir dann wieder vereint sind in Gottesdienstfeier und Gesang, uns leibhaftig begegnen und sehen können in der Gemeinschaft der Ge-Heiligten, in unseren Kirchen vor Ort und bis es wieder so weit ist, wollen wir Gott unser Herz auftun und im Gebet verbunden bleiben per Video, Hausandacht, am Radio, im Netz. Dafür werben wir, das wollen wir tun:

Ach mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhen in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein.

So heißt es in dem Lied von Martin Luther mit dem Titel: Vom Himmel hoch, da komm ich her.
Gott ist uns nah, näher als wir denken. Möge er Einlass finden,-in unsere Herzen und uns Frieden bringen, mit dem was ist, mit dem was war und kommen wird.

So grüßen wir Sie und wünschen Ihnen allen ein gesegnetes Christfest 2020

Kristin Jahn                            Mirko Weisser        
Superintendentin                        Präses

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