Mit seinem Dienst andere ermuntern, das Leben der Gemeinde mit den Gaben zu bereichern, die ihnen Gott geschenkt.

Pfarrer Felix Kalder ist seit 22. April Pfarrer in Treben und in der Nordregion des Altenburger Landes. Mit dieser Stelle steht er am Anfang seines Dienstes als Pfarrer. Wir haben mit ihm ein Interview geführt.

 

Felix Kalder, seit 22. April 2019 sind sie hier in Treben Pfarrer. Sie wurden am Sonntag den 05. Mai 2019 in Treben in einem Gottesdienst in das Pfarramt eingeführt und am 19. Mai 2019 wurden sie im Dom in Magdeburg ordiniert.

 

Woher kommen Sie und was ist ihr Lebenslauf?

Ich wurde 1988 in Görlitz geboren und habe dort eine glückliche Kindheit und Schulzeit verbracht. Die bedingungslose Annahme in der Familie, das offene Haus meiner Eltern und ihre Gastfreundschaft waren prägend für mich selbst und auch für die Art und Weise, wie ich meinen Dienst als Pfarrer tun möchte.

Nach dem Zivildienst bei den Maltesern in Görlitz ging´s zum Studium nach Halle. Dort wohnte ich lange Zeit im Schlesischen Konvikt, wo ich auch meine Frau kennen gelernt habe.  Das Theologiestudium hat mir große Freude gemacht. Ich habe es genossen im Gespräch mit anderen über den über Gott und die Welt nachzudenken. Der eigene gelebte Glaube und die wissenschaftliche Reflexion desselben haben sich dabei immer gegenseitig befruchtet – wofür ich sehr dankbar bin.

Zwischendurch habe ich für kurze Zeit in Tübingen studiert. Dort wurde ich durch Christoph Schwöbel nachhaltig für die Trinitätslehre begeistert. Das Nachdenken über die Beziehungen von Vater, Sohn und Heiliger Geist, darüber wie Gott uns an seinem Beziehungsreichtum teilhaben lässt und wie wir dadurch neu zueinander in Beziehung gesetzt werden, wurde für mich zum Zentrum meines theologischen Nachdenkens.

2016 habe ich dann in Halle mein Examen gemacht und ging danach ins Vikariat. Meine Frau hatte kurz zuvor eine Stelle als Kirchenmusikerin in Ohrdruf bekommen und die Landeskirche schickte mich sozusagen hinterher – in die Orte Wölfis, Crawinkel und Gossel.

Was hat Sie in ihrem Glauben geprägt?

Während der Schulzeit habe ich für einige Jahre in einer Spielgruppe mitgemacht, die kleine Stücke im Stil des absurden Theaters im Gottesdienst aufführte. Der Leiter der Spielgruppe hatte eine ganze „Spielagende“ mit Stücken für die verschiedenen Feste und Sonntage im Kirchenjahr geschrieben. Diese Zeit war insofern prägend, als ich bis heute Freude daran habe über unkonventionelle Bilder und Texte Zugänge zu Glaubensfragen zu finden.

In der Zeit in Halle war für mich das Kloster auf dem nahegelegenen Petersberg ein wichtiger Bezugspunkt. Die Art, wie die Schwestern und Brüder dort gemeinsam Gottesdienst feiern, hat mich stark geprägt. Die häufigen Feiern des Abendmahles in den Sonntagsgottesdiensten und in den Abendgebeten unter der Woche im kleinen Kreis haben mir eine intensive Beziehung zum Abendmahl eröffnet, für die ich sehr dankbar bin.

Was hat Sie bewogen Theologie zu studieren und ins Pfarramt zu gehen?

Dass ich Theologie studieren werde war für mich seit der Konfirmandenzeit irgendwie klar. Das hatte damals sicher mit unserem Pfarrer zu tun, der sich auch nach der Konfirmandenzeit viel Zeit für mich nahm.

Während des Studiums habe ich dann gar nicht immerfort an den Pfarrdienst gedacht. Ich habe es einfach genossen über Gott, seine Beziehung zu uns und unsere Beziehung zu ihm nachzudenken. Ich habe sehr interessengeleitet studiert.

Auch im Pfarrdienst, den ich ja im Vikariat schon ausprobiert habe, möchte jetzt ich mit Menschen über die Fülle des Glaubens ins Gespräch kommen und dabei gemeinsam mit ihnen nach einer für uns heute passenden Sprache suchen.

Sie sind jetzt hier in Treben und stehen am Anfang ihres Dienstes als Pfarrers. Welche Hoffnungen und welche Wünsche haben Sie für sich?

Ich hoffen, dass meine Familie und ich uns gut in Treben einleben, dass wir schnell Kontakte knüpfen können und die Menschen vor Ort kennen lernen.

Ich hoffe, dass ich in meinem Dienst die Gaben, mit denen Gott mich beschenkt hat, auf eine gute Weise einbringen kann – sodass ich selbst und andere daran Freude haben.

Welche Hoffnungen und Wünsche haben Sie für die Gemeinden?

Das Schrumpfen von Gemeinden ist oft schmerzhaft – da beißt die Maus keinen Faden ab. Ich hoffe aber, dass die Menschen in all den tiefgreifenden Veränderungen, die unsere Kirche gerade erlebt, auch Chancen entdecken und sich nicht von Trauer und Sorge lähmen lassen.

Ich wünsche mir, dass wir miteinander wach sind und offene Augen und Herzen haben für die Schritte, die Gott in dieser Zeit geht. Ich hoffe, dass wir seine Wege mitgehen werden und seine Aufbrüche nicht verpassen.

Wo setzen Sie für die Zukunft ihre Schwerpunkte?

Ich möchte mit meinem Dienst andere ermuntern das Leben der Gemeinde mit den Gaben zu bereichern, die ihnen Gott geschenkt hat. Anderen zu helfen ihre Gaben zu entdecken, sehe ich als eine Hauptaufgabe in meinem Dienst.

Ich möchte Menschen ermutigen von ihrem eigenen Glauben zu reden. Ich will gemeinsam mit ihnen nach einer Sprache für den Glauben suchen, die für uns heute stimmt und die auch Menschen verstehen können, die noch nicht dazugehören.

Ich habe Lust zu überlegen, wie wir unsere Gottesdienste so gestalten können, dass sie uns selbst Freude machen und andere es leicht haben dazuzukommen.

Vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Ihnen Gottes Segen für Ihren Start hier in der Nordregion des Altenburger Landes.

Das Interview führte Pfarrer Jörg Bachmann.


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