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Jahreslosung 2010
„Jesus spricht: Euer Herz erschrecke nicht.
Glaubt an Gott und glaubt an mich.“
Joh. 14,1
Ein Vogelnest - ein Ort der Geborgenheit. Unter dem Schutz und der Wärme der brütenden Eltern sind die Kleinen herangewachsen und geschlüpft. Die Eltern haben die hungrigen Schnäbel gefüllt. Nun sind die Kleinen flügge geworden und ausgeflogen.
Die Erfahrung der Geborgenheit wird sich ihnen instinktiv eingeprägt haben. Uns Menschen begleitet die Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Nestwärme, nach liebenden Armen ein Leben lang.
Wenn es gut gegangen ist, haben wir dies in unserer Kindheit spüren können und zehren ein ganzes Leben davon.
Für viele Menschen hat sich diese Sehnsucht nicht einmal in der Kindheit erfüllt. Das Leben fügt uns manche Schramme zu, verletzt unsere Seelen, mutet uns Trennungen und Enttäuschungen zu. Was kann uns in solchen Zeiten Halt geben? Was schmiegt sich um uns wie ein schützendes Nest?
Die Jahreslosung spricht uns Worte Jesu zu, die er seinen Jüngerinnen und Jüngern sagte: „Euer Herz erschrecke nicht!".
Wenn wir genau auf die Worte achten, die der griechische Text uns vorlegt, dann merken wir, dass Jesus hier zu einer Veränderung aufruft: „Legt die Angst ab, die ihr jetzt empfindet! Begegnet der Zukunft ohne Furcht! Dreht euch nicht ständig im Kreis mit der Frage: Was soll werden?".
Das „Herz" meint dabei den Verstand, die Vernunft. Es geht hier also nicht um irgendein Gefühl, sondern um eine Lebenseinstellung.
Wir dürfen diesen Zuspruch ganz persönlich nehmen. Er gilt auch uns im Jahr 2010. Was wäre alles aufzuzählen, was uns Sorgen macht. Da hat jeder seine ganz persönlichen und oft sehr drängenden Fragen an die Zukunft. Dazu kommt dann alles das, was unsere Gesellschaft, unsere Kirchgemeinde, ja die Weltgemeinschaft an Herausforderungen zu bewältigen hat.
Der Evangelist Johannes berichtet uns, dass Jesus diesen Zuspruch im Zusammenhang mit seinem Abschied aussprach. Seine Jüngerinnen und Jünger würden nun ohne ihn auskommen müssen. Kein klärendes Wort wird er mehr sagen können. Trotzdem wird er sie nicht verlassen. Und wie werden sie das spüren können?
Zum Beispiel, wenn sie den begonnen Weg gemeinsam weitergehen, wenn sie ihre Gemeinschaft pflegen, wenn sie fürsorglich und liebevoll miteinander umgehen. Dann wird seine Kraft unter ihnen wirksam bleiben.
In unserer gottvergessenen Zeit wird es wohl auch darauf ankommen, dass wir uns gegenseitig in der Gemeinschaft der Glaubenden stärken. Unsere Glaubensväter und -mütter können uns davon erzählen, wie sie auch in hoffnungslos scheinenden Situationen Gottes Barmherzigkeit spüren konnten. Und wie oft durften wir uns selbst schon von Gottes Engeln getragen fühlen.
So können wir auch im Blick auf alles, was wir im neuen Jahr zu bewältigen haben, zuversichtlich sein und an Gottes liebende Fürsorge glauben. „Euer Herz erschrecke nicht!"
Anne-Kristin Ibrügger
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